Monika Herold wurde 1947 geboren und wuchs in Dresden auf.
Nach erfolgreichem Studium für die Schulfächer Deutsch und
Kunst an der Pädagogischen Hochschule Dresden war sie über 40 Jahre als Lehrerin tätig.
Heute lebt Frau Herold in Pirna-Sonnenstein und engagiert sich dort unter anderem in der
evangelischen Kirchgemeinde und in verschiedenen sozialen Einrichtungen für Senioren.

 


 

Pirna. Der Kalender für 2019 ist schon fertig, die Vorauswahl an Zeichnungen für 2020 und 2021 bereits getroffen: Auch wenn die „spazieren & skizzieren“-Kalender von Monika Herold nur in kleiner Auflage erscheinen, überlässt die Pirnaerin nichts dem Zufall.

Die Bilder bleiben stets Skizzen

Um die 300 Stück lässt die ehemalige Lehrerin gemeinsam mit ihrem Sohn jedes Jahr drucken. „Ich möchte nicht, dass die Kalender zu Ramschware werden“, erklärt die Pirnaerin die limitierte Auflage. Es gibt Varianten mit Zeichnungen von Pirna, von Burgen und Schlössern, der Stadt Dresden, dem Osterzgebirge und der Sächsischen Schweiz. Jedes Motiv hat Monika Herold selbst gezeichnet – und zwar in Wanderschuhen.

„Ich wandere und zeichne nebenbei“, erklärt die Rentnerin ihr Vorgehen. Rund 100 Kilometer legt sie in der Woche im Idealfall zurück, erkundet völlig neue Aus- und Ansichten, kehrt aber auch an bekannte Orte zurück, um diese in neuem Licht, neuer Jahreszeit oder neuer Perspektive mit Fineliner auf Papier festzuhalten. Dabei erkundet sie nur die Region. „In den Urlaub nehme ich mein Zeichenzeug nicht mit.“ Fünf bis zehn Minuten braucht sie für eine Arbeit. Ihr Mann, der sie oft begleitet, wartet währenddessen. „Zuhause mache ich dann auch noch ein paar Striche am Bild“, erzählt sie. Doch es bleiben stets Skizzen – mehr sollen sie auch nicht sein. „Freundlich, fröhlich, ein bisschen naiv, orientiert an der Wirklichkeit, aber mit Fantasie“, beschreibt sie ihr Werk.

Monika Herold arbeitete 40 Jahre lang in Pirna als Lehrerin für Deutsch und Kunst, doch da fehlte ihr neben den Kindern und den Ehrenämtern in der örtlichen Kirchgemeinde die Zeit zum Zeichnen. Erst mit dem Ruhestand erwachte die Lust, fand sich die Zeit. Die Idee zum Kalender lieferte schließlich Sohn Joachim. Und seitheit gibt es „spazieren & skizzieren“ käuflich zu erwerben zum Beispiel in der Tourist-Info in Pirna, aber auch auf Bestellung. Monika Herolds Kirchgemeinde nutzt sie gern als besonderes Gastgeschenk und die DNN durfte im November vergangenen Jahres einige Exemplare verlosen.

Koalas im Ortsteil Jessen

An den mehreren tausend Zeichnungen, die sie mittlerweile gefertigt hat – 2012 erschien der erste Kalender – lässt sich der Gang der Zeiten ablesen, denn auch bauliche Veränderungen hält Monika Herold auf Papier fest. Oder versteckte Orte, die nicht jeder kennt, die aber ganz ungewöhnliche Geschichten erzählen. So ziert das Juni-Blatt des 2019er Pirna-Kalenders die Zeichnung einer Koala-Skulptur im Ortsteil Jessen. Was nur die wenigsten wissen: Hier in der Gärtnerei Zschieschang wird der Eukalyptus für die Koalas im Dresdner Zoo angebaut.

An Motiven mangelt es der Pirnaerin auch nach fast zehn Jahren nicht. „Sie werden mir ausgehen, wenn ich nicht mehr laufen kann“, sagt sie. Doch auch dafür hat die rüstige Pirnaerin einen Plan und will sich dann verstärkt der Musik zuwenden.

Von Franziska Schmieder – DNN Ausgabe vom 24.07.2018

 


 

Die Frau mit dem Skizzenblock
Monika Herold möchte mit ihren Zeichnungen Freude bereiten. Wie ihr das gelingt.

 

Von Mareike Huisinga
Nicht ohne meinen Skizzenblock und den Fineliner. So lautet das Motto von Monika Herold, wenn sie für eine Wanderung ihren Rucksack packt. Unterwegs sieht die Pirnaerin etwas Schönes, was sie zunächst in groben Zügen abzeichnet, um es später zu Hause noch mal zu verfeinern. Schon über 1000 Skizzen sind so entstanden. Meistens zeigen sie Gebäude, Landschaften oder auch Tiere aus der Region.

Selten sind Menschen zu sehen. „Portraits kann ich nicht“, sagt Monika Herold freimütig. Dabei geht es ihr gar nicht ums „Können“. Ihre Skizzen bezeichnet nicht als Kunstwerke. „Meine Bilder sollen mir und anderen Freude machen. Sie sind naiv, fröhlich und lebendig“, urteilt die Pirnaerin. Wichtig ist ihr die Perspektive, die sie gerne mal ändert. Um einen ganz besonders schönen Blick auf die Klosterkirche in der Pirnaer Altstadt zu haben, steigt sie kurzerhand bis auf das oberste Deck des Parkhauses und sieht den Turm auf Augenhöhe. Mockethal hingegen hat sie „von unten“ gezeichnet. Als sie vom Grund hoch wanderte, zückte sie schnell ihren Skizzenblock. Gelungen!

Zunächst verschenkte sie die Bilder in ihrem Familien- und Freundeskreis. Vor drei Jahren hatte ihr Sohn Joachim dann die gute Idee, aus den Zeichnungen Kalender zu drucken. In Arbeit ist derzeit die aktuelle Auflage für 2014. Darin sind u.a. Ansichten vonder Barbarakapelle am Copitzer Brauhaus, vom Schlossaufgang zum Sonnenstein sowie eine Partie vom Gottleubapark in Pirna zu sehen.

Keine erhebliche „Vorbelastung“

Eine erstaunliche Erfolgsgeschichte, denn erblich ist Monika Herold nicht „vorbelastet“. „Meine Eltern konnten kein Stift halten“, sagt die 66-Jährige mit einem schalkhaften Augenzwinkern. Aufgewachsen ist sie in Dresden, wo sie schon als Kind Interesse für Kunst hatte und ihre ersten Zeichnungen machte. Nach dem Abitur studierte sie Deutsch, Kunst und Pädagogik. 1972 zog sie mit ihrer Familie nach Pirna. Zuletzt unterrichtete sie an der Schule zur Lernförderung auf dem Sonnenstein.

Noch heute bewahrt sie in dem großen Schrank in ihrem Wohnzimmer eine Mappe mit den Werken ihrer Schüler auf. „Jede Zeichnung ist ein Kunstwerk, wenn es mit Liebe gemacht wird“, stellt sie fest. Dabei hat hat sie noch andere Interressen als Zeichnen und Wandern. Ohne Bücher könnte Monika Herold nicht leben. Sie liest Querbeet: Biografien, moderne Sachliteratur, Belletristik, Dokumentationen, die Klassiker von Thomas Mann und Erich Kästner, um nur einige Beispiele zu nennen.

Außerdem spielt Musik eine große Rolle in ihrem Leben: Sie leitet den Chor der Kirchgemeinde Sonnenstein und trompetet im Posaunenchor mit. „Musik ist für mich Dynamik, der Moment. Zeichnen dagegen bedeutet Beständigkeit und etwas Bleibendes“, charakterisiert sie ihre Passionen. Trotz ihres Engagements bleibt noch genug Zeit für ihre Familie. Ein Besuch der Oma ist für die vier Enkel das Höchste. Darüber freuen sich natürlich auch die drei Kinder von Monika Herold. „Meine Familie ist wichtig für mich“, sagt die Pirnaerin schlicht. Und Ehemann Siegfried nimmt es gelassen, wenn seine Gattin auf einer der vielen Wanderungen ihren Stift zückt. „Dann warte ich eben 5 Minuten, bevor wir weitergehen können“, meint er gut gelaunt.

Monika Herold hat noch viele Ideen. Fasziniert ist sie zum Beispiel auch von Brücken und Mühlen. Eins ist klar: Sie wird weiterhin mit offenen Augen durch die Landschaft gehen. Das Ergebnis ist dann in den Kalendern für 2015 zu sehen.

Sächsische Zeitung – Ausgabe Pirna vom 16.05.2013